Autos zu verschenken? Weder Gewinnspiel noch Autohaus existieren!

Autos zu verschenken“, verkündet das Autohaus auf seiner Facebookseite und ruft zum Gewinnspiel auf. Für die Teilnahme müssen allerdings einige persönliche Informationen eingegeben werden. Was die Teilnehmer nicht ahnen: Es gibt weder Autos noch ein Gewinnspiel. Ziel der Aktion ist es lediglich, Daten zu sammeln: Die neuste Masche der Daten-Mafia.

Der Name des Autohauses wechselt, die Geschichten dazu sind jedoch oft ähnlich: Das Autohaus gibt vor, mehrere zerkratzte Fahrzeuge bekommen zu haben, die man nicht mehr ausliefern könne. Meist handelt es sich um Pkw, manchmal aber auch um Wohnmobile oder um hochwertige Fahrräder. Jedenfalls: Die Fahrzeuge sollen verschenkt werden – mittels Gewinnspiel. Manchmal wird das Gewinnspiel auch im Rahmen eines angeblichen Firmenjubiläums angeboten.

Autohaus verschenkt Autos?

Die Fahrzeuge, das Gewinnspiel und der Internet-Account - alles nur Fake. Besonders perfide dabei: Als Name für das Autohaus wird häufig ein tatsächlich existierender Betrieb als Vorlage gewählt. Dabei werden gezielt die positiven Internetbewertungen bzw. das gute Image des Doppelgängers für die eigenen unseriösen Ziele missbraucht. So riefen die Daten-Diebe beispielsweise kürzlich unter dem Namen „Autohaus Weiss“ via Facebook zur Teilnahme an einem Gewinnspiel auf, berichtete Mimikama, ein Verein zur Aufklärung von Internet-Missbrauch. Ein gleichnamiges Autohaus existiert in Österreich.

Kurz nach dem Aufruf zum Gewinnspiel, wenn bereits jede Menge Daten gesammelt wurden, löschen die Betrüger den Account des falschen Autohauses – und legen unter anderem Namen einen neuen Fake-Account an. Laut Recherchen von Mimikama fallen regelmäßig tausende Internetnutzer auf solche falschen Gewinnspiele herein und geben ihre persönlichen Daten an das angebliche Autohaus weiter. Die Verlockung, eines der tollen Fahrzeuge zu gewinnen, ist offenbar zu groß. Rückfragen und Beschwerden gehen dann später beim echten Autohaus ein …

Gewinnspiel: Fake-Autohaus nutzt Identitätendiebstahl

Aktuell sind vor allem Autohäuser und Fahrrad-Händler als Mit-Geschädigte unfreiwillig im Fake-Gewinnspiel involviert. Bei anderen Betrugsmaschen können allerdings nicht nur Unternehmen, sondern auch Privatpersonen Opfer eines sogenannten „Identitätendiebstahls“ werden.

Das Online-Fachmagazin „Kfz-Betrieb“ warnte jüngst vor der Autohaus-Masche. Die Betrüger schaden dem Ruf der echten Autohäuser, so das Recherche-Ergebnis von News-Ressortleiter Andreas Grimm.

Hintergründe zum Autohaus-Gewinnspiel

Der Verkauf der Daten ist ein lohnenswertes Geschäft. Leider sind viele Internet-Nutzer zu unvorsichtig bei der Weitergabe ihrer persönlichen Informationen.

Zu den persönlichen Daten, auf die es die Autohaus-Betrüger mit ihrem Gewinnspiel ganz besonders abgesehen haben, gehören:

  • Name
  • Adresse
  • Alter
  • Telefonnummer
  • Bankverbindung

Diese Daten werden vom angeblichen Autohaus gewinnbringend weiterverkauft oder in einem ganz anderen Zusammenhang für Betrugszwecke genutzt – beispielsweise um Abbuchungen für angeblich abgeschlossene Zeitschriften-Abos vorzunehmen. Nicht selten erhalten die Teilnehmer des Gewinnspiels noch lange Zeit später immer wieder aggressive Werbeanrufe.

Auf den ersten Blick ist es nicht möglich, das Fake-Autohaus als solches zu erkennen. Der Internetauftritt ist in der Regel sehr professionell gemacht. Trotzdem gibt es einige Indizien, anhand derer man den Fake-Account enttarnen kann.

Trifft einer oder gar mehrere der fünf folgenden Punkte zu, handelt es sich sehr wahrscheinlich um ein Fake-Autohaus:

  1. Es gibt kein oder kein vollständiges Impressum.
  2. Es gibt keine direkten Kontaktmöglichkeiten.
  3. Der Internet-Auftritt existiert erst seit kurzem.
  4. Die Bilder der Fahrzeuge, die verschenkt oder verlost werden, wurden aus dem Internet kopiert.
  5. Es gibt keine Teilnahmebedingungen für das Gewinnspiel.

Generell gilt: Seien Sie sehr vorsichtig und misstrauisch, wenn es um die Weitergabe Ihrer persönlichen Daten geht – vor allem im Internet.

Haben Sie noch Fragen zum Thema? Kontaktieren Sie uns, wir beraten Sie gerne!

Über den Autor Bernd Elsenhans


Bernd Elsenhans ist Geschäftsführer der EOS Sicherheitsdienst GmbH & Co. KG und der EMS Werteinlagerung e.K. in Heidenheim an der Brenz. Als Sicherheitsexperte unterstützt er seine Kunden bei Werkschutz, Personenschutz und Veranstaltungssicherheit, bei der Abwehr von Wirtschaftskriminalität sowie bei Werttransporten und Werteinlagerung in eigens für Heidenheim erstellten, privaten Schließfächern. Bernd Elsenhans ist kooperatives Mitglied im Verband für Sicherheit in der Wirtschaft sowie 2. Vorsitzender des Vereins Freunde schaffen Freude e.V., einer Initiative zur Unterstützung von Menschen in Not. Er wurde bereits wiederholt mit dem Innovationspreis Ostwürttemberg ausgezeichnet, dem Mittelstandspreis Soziale Verantwortung und gehörte mit seinem Unternehmen EOS im Jahr 2015 zu den Finalisten für den OSPAs Security Outstanding Security Performance AWARD.