Corona: Einbrecher konzentrieren sich auf Gewerbeobjekte – zehn effektive Schutzmaßnahmen

Leere Büros, verwaiste Geschäfte, geschlossene Gaststätten: Corona sorgt dafür, dass derzeit viele Betriebe stillstehen. Das nutzen Einbrecher aus. Bundesweit scheinen sich Einbrecherbanden jetzt ganz besonders auf Gewerbeobjekte zu konzentrieren. Wie Sie Ihr Unternehmen schützen können – 10 Tipps!

Einbrecher machen keine Pause, auch Corona kann sie nicht stoppen. Allerdings sorgt Corona dafür, dass sich die Zielobjekte der Einbrecher ändern. Aufgrund der Ausgehbeschränkungen zum Schutz vor Corona finden Einbrecher derzeit praktisch keine leerstehenden Wohnungen für einen Einbruch. Dafür sind jetzt wohl die vielen unbelebten Geschäftsimmobilien als vermeintlich leichte Beute in den Fokus der Verbrecher geraten – Einbrüche in Büros und Läden zeichnen sich aktuell als unschöner Trend ab. Sogar leerstehende Kleingartenanlagen werden derzeit offenbar mancherorts regelrecht ausgeplündert, wie der Betreiber einer solchen Anlage aus Sachsen-Anhalt dieser Tage berichtete.

Petric Kleine, Präsident des Landeskriminalamts Sachsen, bestätigt diese Corona-Nebenwirkung und warnte jüngst deshalb in einem Pressebericht Betriebe, Schulen, Gaststätten und Geschäfte vor dieser Entwicklung. Gerade bei Gewerbeimmobilien ist es leider mit ein paar einbruchshemmenden Fenstern nicht getan, denn diese Immobilien haben oft besondere Schwachstellen, die bei Wohnimmobilien nicht oder nur selten gegeben sind.

Die fünf größten Schwachstellen der Gewerbeimmobilien und zehn Tipps zum Schutz Ihres Betriebs haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Die 5 Schwachstellen der Gewerbeimmobilien

  • 1. Feuerleiter

Gewerbeimmobilien verfügen aufgrund besonderer Vorschriften häufiger über Feuerleitern, die das Eindringen auch in obere Stockwerke oder über das Dach ermöglichen.

  • 2. Flachdächer

Gewerbeobjekte verfügen häufiger über Flachdächer. Einbrecher können hier leicht über Oberlichter bzw. Lichtkuppeln eindringen. Dazu kommt, dass im Gewerbebau häufig auf massive Decken verzichtet wird. Einbruchhemmend wirkt beispielsweise Stahlbeton erst ab einer Dicke von 100 mm.

  • 3. Glastüren und Schaufenster

Glas ist immer eine Schwachstelle – auch wenn es sich um Sicherheitsglas handelt. Häufig werden sogenannte Einscheibensicherheitsgläser verbaut, „ESG-Gläser“. Die „Sicherheit“ bezieht sich hier aber nur auf den Unfallschutz, nicht auf den Einbruchschutz!

  • 4. Automatische Türanlagen

Die Standard-Schiebetüranlage ist für Einbrecher kein Hindernis. Nur zertifizierte einbruchhemmende Schiebetüranlagen bieten (besseren) Schutz.

  • 5. Tore

Sie sehen imposant aus, tatsächlich jedoch fehlt es den meisten Toren an der notwendigen Einbruchhemmung. Die Schlösser sind leider in vielen Fällen leicht zu knacken bzw. die Tore können von Einbrechern problemlos überwunden werden.

Schutz vor Einbrecher: 10 Tipps

1. Unnötige Zugänge verschließen

Mauern Sie Türen und Fenster zu, die Sie nicht benötigen (sofern diese nicht aus Brandschutzgründen notwendig sind). 

2. Investieren Sie in Sicherungstechnik

Gerade im gewerblichen Bereich schrecken mechanische Sicherungen und erkennbare Einbruchmeldeanlagen Einbrecher ab. Wichtig ist, dass die einzelnen Sicherungsmaßnahmen sinnvoll aufeinander abgestimmt sind und alle baulichen Schachstellen erkannt und berücksichtigt werden. Wir unterstützen Sie hier gerne.

3. Alarmanlagen-Aufschaltung

Die beste Alarmanlage ist sinnlos, wenn niemand da ist, der auf den Alarm reagiert. Sorgen Sie deshalb für eine Alarmaufschaltung bei einem zuverlässigen Sicherheitsunternehmen. Bei EOS beispielsweise ist die Leitstelle rund um die Uhr erreichbar und sorgt dafür, dass binnen kürzester Zeit eine erfahrene, sehr gut ausgerüstete Sicherheitskraft vor Ort ist. Mehr zu unserer Alarmaufschaltung und -verfolgung finden Sie hier.

4. Glas vergittern

Schützen Sie Glaselemente außerhalb der Geschäftszeiten mit einer zusätzlichen Türe, mit Gitter oder zumindest mit einem Rollladen hinter dem Glaselement. Standardrollläden reichen zum Schutz vor Einbrechern allerdings nicht aus. Hier empfehlen sich zertifizierte einbruchhemmende Rollläden nach DIN EN 1627, die mindestens eine Widerstandsklasse (RC) 2 aufweisen sollten. Auch Lichtkuppeln sind eine leichte Einstiegsmöglichkeit für Einbrecher. Bringen Sie hier innenseitig ein Gitter an.

5. Schaufenster gegen Rammen schützen

Schaufenster sollten niemals bodenbündig eingebaut werden, sondern über einen gemauerten oder betonierten Sockel verfügen, damit Einbrecher nicht mit einem Fahrzeug die Glasscheibe zerstören können. Einen sehr effektiven Schutz bieten Poller vor dem Schaufenster – sofern die örtlichen Bauvorschriften dies zulassen.

6. Schutz für Tore

Firmentore sollten mit einer innenseitigen mechanischen Verriegelung geschützt werden, empfehlenswert sind abschließbare Stangenschlösser.

7. Schutzräume für wichtige Werte

Entfernen Sie teure Waren aus der Auslage, wenn das Geschäft geschlossen ist. Hochpreisige Waren, Geräte und Maschinen sollten Sie gesondert sichern. Dazu können die entsprechenden Räume mit zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen ausgestattet werden – dies empfiehlt sich generell für Serverräume. Kleinere, wertvolle Objekte und Bargeld gehören in einen Tresor. Am sichersten ist die Aufbewahrung dieser Werte in einer Hochsicherheitsimmobilie eines Werteinlagerungsspezialisten wie EMS. Ist dies nicht möglich, sollten Sie bei der Anschaffung eines Firmentresors auf die passende Sicherheitsstufe und Zertifizierung achten – bei „Fehlkäufen“ kann es zum Verlust des Versicherungsschutzes kommen. Entscheidend ist außerdem, dass der Tresor fachgerecht verankert wird.

EOS steht Ihnen bei der Wahl eines Tresors gerne zur Seite. Erfahren Sie hier mehr dazu.

8. Externe Aufbewahrung wichtiger Daten

Gerade wenn PCs verschwinden, auf denen wichtige Daten und Geschäftsunterlagen gespeichert sind, ist der Schaden enorm – und eine Versicherung hilft dann wenig. Speichern Sie Ihre wichtigen Geschäftsdaten regelmäßig. Weil das Speichermedium bei einem Einbruch beschädigt oder entwendet werden könnte (oder auch im Falle eines Brandes gefährdet wäre), sollten Sie die Sicherungskopien stets außerhalb der Betriebsstätte aufbewahren – am besten in einem Schließfach.

Mehr Infos zum Thema Schließfach und Datensicherheit finden Sie hier.

9. Klären Sie Ihren Versicherungsschutz

Einbrecher haben es meist auf Waren, Bargeld, PCs, Laptops und hochwertige Maschinen abgesehen. Oft kommt es bei einem Einbruch außerdem zu mutwilligen Zerstörungen des Inventars. Welche Schäden deckt Ihre Versicherung ab?

10. Revier- und Streifendienst

Die höchste Abschreckung erreichen Sie durch regelmäßige Kontrollen Ihres Unternehmens durch qualifizierte Sicherheitsfachkräfte. Dies ist auch eine Maßnahme, die bei der aktuellen Bedrohung sehr schnell und unkompliziert helfen kann. Informationen zum Revier- und Streifendienst von EOS finden Sie hier.

Haben Sie noch Fragen zu Schutzmaßnahmen rund um Corona? Kontaktieren Sie uns, wir beraten Sie gerne!

Über den Autor Bernd Elsenhans


Bernd Elsenhans ist Geschäftsführer der EOS Sicherheitsdienst GmbH & Co. KG und der EMS Werteinlagerung e.K. in Heidenheim an der Brenz. Als Sicherheitsexperte unterstützt er seine Kunden bei Werkschutz, Personenschutz und Veranstaltungssicherheit, bei der Abwehr von Wirtschaftskriminalität sowie bei Werttransporten und Werteinlagerung in eigens für Heidenheim erstellten, privaten Schließfächern. Bernd Elsenhans ist kooperatives Mitglied im Verband für Sicherheit in der Wirtschaft sowie 2. Vorsitzender des Vereins Freunde schaffen Freude e.V., einer Initiative zur Unterstützung von Menschen in Not. Er wurde bereits wiederholt mit dem Innovationspreis Ostwürttemberg ausgezeichnet, dem Mittelstandspreis Soziale Verantwortung und gehörte mit seinem Unternehmen EOS im Jahr 2015 zu den Finalisten für den OSPAs Security Outstanding Security Performance AWARD.