Cyberangriffe – 3 Beispiele

Cyberangriffe sind eine große Bedrohung für Unternehmen, Privatpersonen und Gesundheitseinrichtungen. Gerade im Homeoffice ist das Risiko für Cyberangriffe besonders hoch, denn die zuhause verwendeten Computer sind meist nicht so sicher wie die der Firma. Hier erfahren Sie an drei aufsehenerregenden Beispielen, welche Gefahr von Hackern ausgeht.

1. Cyberangriff auf den Bundestag

Eine Gruppe russischer Hacker starteten 2015 einen Cyberangriff auf den deutschen Bundestag. Es dauerte fast zwei Wochen, bis der Cyberangriff bemerkt und gestoppt wurde. Bis zum Ende des Cyberangriffs waren schon viele Daten, darunter auch E-Mails von verschiedenen Politikern, weitergegeben worden.

2. Cyberangriff der Guardians of Peace auf Sony

Sony wurde 2014 Opfer eines Cyberangriffs der Gruppe Guardians of Peace, weil Sony eine Komödie über eine von der CIA geplante Ermordung des nordkoreanischen Diktators Kim Jong-un veröffentlichen wollte. Die Gruppe stahl unter anderem private E-Mails, später folgten Morddrohungen gegen alle potenziellen Kinobesucher. Es würde sein „wie am 11. September“.

Daraufhin weigerten sich viele amerikanische Kinos, den Film zu zeigen und Sony verschob die Veröffentlichung. Die Hacker handelten laut FBI im Auftrag der nordkoreanischen Regierung.

3. Cyberangriff auf Estland 2007

Im Jahr 2007 wurde bei einem Cyberangriff ein ganzes Land vorübergehend lahmgelegt: In Estland machten Hacker Banken, Behörden, Polizei und Regierung tagelang unzugänglich. Sie brachten die Systeme mit einer Bombardierung von Anfragen zur Überlastung. Dieser Cyberangriff war möglich, weil die Täter fremde Computer in teilweise anderen Ländern diese Anfragen senden ließen, was es unmöglich machte, die Hacker ausfindig zu machen. Bis heute ist unbekannt, wer hinter dem Cyberangriff steckt. Diese Art des Cyberangriffs ist eine sogenannte DoS-Attacke. „DoS“ bedeutet „Denial of Service“, was mit „Dienstverweigerung“ übersetzt werden kann.

Cyberangriff-Arten

Cyberangriffe können großen Schaden anrichten, vor allem weil es teilweise lange dauern kann, bis sie bemerkt werden. Denn nicht alle Hacker wollen Lösegeld für die Daten, manchen geht es auch nur um die Informationen oder das Lahmlegen des Geräts.

Die drei Beispiele sind lediglich besonders aufsehenerregende Fälle. Tatsächlich werden aber jeden Tag in Deutschland und weltweit Unternehmen und Privatcomputer gehackt. Die Dunkelziffer ist wahrscheinlich extrem hoch. Wie der Spiegel bereits 2017 in einem Fachartikel schrieb: „IT-Experten beantworten die Frage, wie gut deutsche Unternehmen gegen einen Cyberangriff gesichert sind, gerne so: `Es gibt zwei Arten von Unternehmen: Die einen sind gehackt worden. Die anderen wissen es nur noch nicht`." 2019 gaben über 25 Prozent der Führungskräfte in einer Umfrage von Statista an, dass es in ihrem Unternehmen in den vergangenen drei Jahren mehrfach konkrete Hinweise auf Cyberangriffe und/oder Datendiebstahl gab.

Warum Cyberangriffe?

Jeder Hacker hat ein anderes Motiv. Manche Cyberangriffe sind politisch motiviert und werden von Hackern der Regierung ausgeführt, manche von Gruppen, die eine politische Meinung radikal vertreten. Andere Cyberangriffe werden nur „zum Spaß“ durchgeführt. Die Hacker hacken, einfach weil sie es können. Natürlich gibt es auch die, die mit dem Cyberangriff abkassieren wollen. Opfer dieser Hacker werden meist Firmen oder bekannte Personen. Bei Firmen wird dann mit den Daten gehandelt oder der Zugriff der Firma auf die Daten wird verhindert und nur gegen Geld wieder ermöglicht.

Bei bekannten Personen geht es meist um Erpressung mit persönlichen Informationen, die durch den Cyberangriff gewonnen werden.

Hackerangriffe können, vor allem wenn dahinter Regierungen stecken, sehr schnell zum Kriegsinstrument werden. Denn Hacker können gezielt die gesamte Infrastruktur eines Landes lahmlegen, wenn sie auf Regierungscomputer, Banken und Behörden zugreifen. Besonders hinterhältig sind Angriffe auf das System der Polizei und Krankenhäuser – auch dies ist in Deutschland schon geschehen. Oftmals ist es schwierig bis unmöglich herauszufinden, wer hinter den digitalen Angriffen steckt, und die Verantwortlichen zur Verantwortung zu ziehen.

Haben Sie noch Fragen zum Thema Cyberangriffe oder allgemein zum Thema Sicherheit? Kontaktieren Sie uns, wir beraten Sie gerne.

Über den Autor Bernd Elsenhans


Bernd Elsenhans ist Geschäftsführer der EOS Sicherheitsdienst GmbH & Co. KG und der EMS Werteinlagerung e.K. in Heidenheim an der Brenz. Als Sicherheitsexperte unterstützt er seine Kunden bei Werkschutz, Personenschutz und Veranstaltungssicherheit, bei der Abwehr von Wirtschaftskriminalität sowie bei Werttransporten und Werteinlagerung in eigens für Heidenheim erstellten, privaten Schließfächern. Bernd Elsenhans ist kooperatives Mitglied im Verband für Sicherheit in der Wirtschaft sowie 2. Vorsitzender des Vereins Freunde schaffen Freude e.V., einer Initiative zur Unterstützung von Menschen in Not. Er wurde bereits wiederholt mit dem Innovationspreis Ostwürttemberg ausgezeichnet, dem Mittelstandspreis Soziale Verantwortung und gehörte mit seinem Unternehmen EOS im Jahr 2015 zu den Finalisten für den OSPAs Security Outstanding Security Performance AWARD.