Goldmünzen-Betrug erkennen: 5 Tipps

Für den Laien ist es schwer, gefälschte Goldmünzen zu erkennen. Gerade dann, wenn die Münzen aus echtem Gold sind, aber von Betrügern aus Raubgold hergestellt wurden. So wie die Goldmünzen, wegen denen im Dezember 2020 in Berlin acht Verdächtige festgenommen wurden. Einige der gefälschten Goldmünzen waren schon durch Juwelierläden der Familie in Umlauf gebracht worden. Fünf Tipps, wie Sie gefälschte Goldmünzen erkennen können.

Bei gefälschten Goldmünzen denkt man wahrscheinlich eher an Münzen, die gar nicht aus echtem Gold sind. Aber auch Echtgold-Münzen können falsch sein. Nämlich dann, wenn sie illegal produziert werden. Bei solchen Münzen stammt das verwendete Gold meist aus Raubüberfällen und soll in der Neuverarbeitung in den Umlauf gebracht werden. Wie etwa das für die Berliner Goldmünzen verwendete Gold. Dieses soll von der Big-Maple-Leaf-Münze stammen, die im März 2017 geraubt wurde. Deswegen wurden am Morgen des 16. Dezembers 2020 14 Wohnungen durchsucht und acht Tatverdächtige im Alter von 14 bis 51 Jahren festgenommen.

Gerade für Laien ist es schwierig, eine gefälschte Goldmünze von einer echten zu unterscheiden. Deshalb ist es zu empfehlen, neu gekaufte Goldmünzen immer von einem Experten begutachten zu lassen. Es gibt aber ein paar Möglichkeiten, wie Laien feststellen können, ob Goldmünzen echt sind. Natürlich bieten diese Möglichkeiten keine 100-prozentige Garantie für die Echtheit einer Münze.

Für Laien: Goldmünzen-Testmöglichkeiten

1. Magnetprüfung

Mit einem starken Magnet lässt sich nachprüfen, ob eine Goldmünze wirklich aus Gold ist. Man sollte aber zuvor erst den Magneten testen. Sollte die Münze aus echtem Gold sein, wird sie vom Magneten nicht angezogen, da Gold diamagnetisch ist.

2. Vergleichen

Es empfiehlt sich, die fragliche Goldmünze mit einer anderen sortengleichen Münze oder einem Foto zu vergleichen, da gefälschte Goldmünzen oft minimale Abweichungen bei der Prägung haben.

3. Wiegen

Gefälschte Goldmünzen haben meist ein leicht anderes Gewicht als echte. Sollte die Fälschung aber mit Wolfram gemacht worden sein, dass eine sehr ähnliche Dichte hat wie Gold, ist es für den Laien fast unmöglich, einen Gewichtsunterschied zu bemerken.

4. Klangtest

Der Klangtest bei Goldmünzen ist nur möglich, wenn dem Käufer schon bekannt ist, wie Gold klingen sollte. Beim Klangtest muss man die Münze mit einem Metallgegenstand anschnippen: Gold „singt“, Fälschungen klingen dumpf.

5. Angaben prüfen

Bei Goldbarren gibt es bestimmte Angaben, die vorhanden sein müssen. Sind diese nicht vorhanden, handelt es sich um eine Fälschung.

Goldmünzen-Kauf

Am besten ist es immer noch, sein Gold bei einem seriösen Verkäufer zu erwerben, zum Beispiel bei der Firma Goldkanzlei. Wobei auch ein Juweliergeschäft nicht unbedingt Seriosität garantiert – die Fälscherfamilie im aktuellen Betrugsfall trat selbst als Juwelier auf. Auf keinen Fall Gold kaufen sollte man über mehr oder weniger anonyme Online-Plattformen wie eBay.

Noch schlimmer sind allerdings Flohmärkte und sogenanntes „Autobahngold“. Bei der Autogold-Betrugsmasche spielen die Betrüger dem Opfer vor, dass sie unverschuldet in eine finanzielle Notlage geraten sind und bieten der anderen Person den „wertvollen Familienschmuck“ zum Kauf an. Bis sich herausstellt, dass der Schmuck wertlos ist, sind die Betrüger schon längst unauffindbar.

Bei der anderen Version des Autobahngold-Betrugs täuschen die Betrüger eine Autopanne vor. Meist ist angeblich der Tank leer und die Kreditkarte funktioniert nicht oder der Betrüger behauptet, nicht genug Geld dabei zu haben. Also bittet er das Opfer, ihm etwas zu leihen, als Pfand gibt der Betrüger der hilfsbereiten Person etwa eine angeblich wertvolle Goldkette oder einen Ring. Bei den Beträgen, die „geliehen“ werden, handelt es sich nicht um allzu große Summen. Meist geht es nur um rund 100 Euro, denn bei dieser Höhe ist es weniger wahrscheinlich, dass der Betrogenen Anzeige erstattet. Die meisten Betrogenen haken das Ganze als „Lernerfahrung“ ab und lassen es gut sein.

Falsche Goldmünzen gekauft – was nun?

Sollten Sie erst nach dem Kauf der Goldmünzen bemerken, dass diese gefälscht oder nicht aus echtem Gold sind, ist es schwierig, Ihr Geld wiederzubekommen. Dennoch sollten Sie es auf jeden Fall probieren. Je früher Sie etwas unternehmen, desto besser.

1. Kontaktieren Sie Ihre Bank

Versuchen Sie, die Überweisung zu verhindern oder rückgängig zu machen.

2. Erstatten Sie Anzeige

Gehen Sie zur Polizei und erstatten Sie Anzeige.

3. Verkaufen Sie die Münze nicht weiter

Wenn Sie falsche oder gefälschte Goldmünzen weiterverkaufen, machen Sie sich selbst strafbar.

Aber soweit muss es gar nicht kommen. Um gar nicht erst auf einen solchen Schwindel hereinzufallen, sollten Sie vor allem auf den Preis achten: Hinter auffallend günstigen Preisen steckt meist ein Betrüger, denn richtige Goldverkäufer werden selten unter dem aktuellen Goldwert verkaufen.

Haben Sie noch Fragen zum Thema Goldmünzen oder Sicherheit? Kontaktieren Sie uns, wir beraten Sie gerne.

Über den Autor Bernd Elsenhans


Bernd Elsenhans ist Geschäftsführer der EOS Sicherheitsdienst GmbH & Co. KG und der EMS Werteinlagerung e.K. in Heidenheim an der Brenz. Als Sicherheitsexperte unterstützt er seine Kunden bei Werkschutz, Personenschutz und Veranstaltungssicherheit, bei der Abwehr von Wirtschaftskriminalität sowie bei Werttransporten und Werteinlagerung in eigens für Heidenheim erstellten, privaten Schließfächern. Bernd Elsenhans ist kooperatives Mitglied im Verband für Sicherheit in der Wirtschaft sowie 2. Vorsitzender des Vereins Freunde schaffen Freude e.V., einer Initiative zur Unterstützung von Menschen in Not. Er wurde bereits wiederholt mit dem Innovationspreis Ostwürttemberg ausgezeichnet, dem Mittelstandspreis Soziale Verantwortung und gehörte mit seinem Unternehmen EOS im Jahr 2015 zu den Finalisten für den OSPAs Security Outstanding Security Performance AWARD.