Sabotage – die unterschätzte Gefahr: 5 wichtige Vorkehrungen, die jede Firma treffen sollte

Der Feind im Hause: Sabotage durch Mitarbeiter gehört zu den am meisten unterschätzten Gefahren für Firmen. Mit einfachen Mitteln kann heute ein Betrieb gestört oder sogar vorübergehend stillgelegt werden. Auch wenn Sie Ihrem Team vertrauen: Fünf Vorkehrungen sollten Sie treffen.

Sabotage durch Mitarbeiter war schon in früheren Jahren gefährlich. Doch die zunehmende Digitalisierung macht die Sabotage noch einfacher – und effektvoller. Die traurige Wahrheit, wie sie von nüchternen Zahlen einer aktuellen Bitkom-Studie bestätigt wird: Bei Cyber-Sabotage-Attacken auf das IT-System eines Unternehmens stehen in den meisten Fällen keine Profi-Verbrecher mit materiellen Interessen hinter den Angriffen, sondern „Laien“, deren einzige Motivation es ist, dem Unternehmen mit Sabotage Schaden zuzufügen. Zwei Drittel der betroffenen Industrieunternehmen wurden nämlich von unzufriedenen eigenen Mitarbeitern geschädigt. Bei Angriffen auf das IT-System ist damit der Täterkreis also mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit im eigenen Haus zu finden!

  • Erste-Hilfe-Maßnahmen gegen Cyber-Angriffe finden Sie hier.

Sabotage aus Rache für entgangene Beförderung

Dabei zeigt die Statistik auch: Kein Unternehmen ist vor Sabotage durch Mitarbeiter sicher. Es kann sowohl den kleinen Fünf-Mann-Handwerksbetrieb treffen als auch international agierende Konzerne. Tesla zum Beispiel traf es letztes Jahr. Ein Mitarbeiter, der sich bei einer Beförderung übergangen fühlte, rächte sich mit „umfassender und schädlicher Sabotage“, wie Tesla-Chef Elon Musk seinen Angestellten mitteilte. Der unzufriedene Mitarbeiter nahm unter falschem Nutzernamen Änderungen im Produktionssystem vor und leitete große Mengen hochsensibler Tesla-Daten an unbekannte Dritte weiter. Der Mitarbeiter hat die Sabotage gestanden. Doch da war bereits hoher Schaden entstanden.

  • Zur Bitkom-Studie zum Thema Wirtschaftsschutz geht es hier.

Hohe Dunkelziffer bei Sabotage

Bei Sabotage durch Mitarbeiter ist die Dunkelziffer extrem hoch, denn firmeninterne Sabotage wird oft erst spät oder gar nicht bemerkt. Und Sabotage hat viele Gesichter. Da ist das Förderband, das ständig hängen bleibt und Produktionsausfälle verursacht, da sind wichtige Termine plötzlich gelöscht oder Kundenakten verschwunden.

Gerade bei firmeninterner Sabotage des IT-Systems helfen oft auch keine Virenschutzprogramme oder Firewalls. Dabei braucht es nicht einmal Fachwissen. Es genügt, wenn der böswillige Mitarbeiter bewusst auf einen virenverdächtigen Mail-Anhang klickt.

  • Alle Informationen zur aktuellen Cyber-Angriffswelle in Deutschland und Tipps für effektiven Schutz erfahren Sie hier.

Auch wenn Sie Ihren Mitarbeitern voll Vertrauen, sollten Sie dennoch einige grundsätzliche Vorsorgemaßnahmen gegen Sabotage treffen.

Schutz vor Sabotage durch Mitarbeiter: 5 effektive Maßnahmen

1. Machen Sie Ihr Team sensibel

Aufmerksame Mitarbeiter sind die beste Vorsorgemaßnahme gegen Sabotage. Studien zeigen, dass Sabotage zumeist durch Kollegen aufgedeckt wird.

2. Beschränken Sie den Zugang zu wichtigen Bereichen 

Legen Sie fest, wer zu welchen Bereichen Zugang erhält, vor allem im IT-System. Sichern Sie sensible Bereiche auch physisch – zum Beispiel durch Zugangskontrollen. Welche einfachen Möglichkeiten es hier auch für kleine Betriebe gibt, zeigen wir Ihnen gerne.

3. Investieren Sie in Überwachungssysteme

Sie müssen keinen Hochsicherheitstrakt aus Ihrem Unternehmen machen. Aber überlegen Sie, welche wichtigen Bereiche Sie beispielsweise mit Überwachungskameras schützen können – vielleicht das Chefbüro oder ein ständig aus unerklärlichen Gründen blockiertes Förderband

4. Machen Sie Sicherheits-Checks

Führen Sie Hintergrund-Prüfungen durch bei Mitarbeitern, die in sensiblen Positionen tätig sind. Wie äußert sich der Mitarbeiter beispielsweise in sozialen Medien über seinen Arbeitgeber? Vieles ist hier ohne großen Aufwand möglich. Wir unterstützen Sie gerne.

5. Reagieren Sie bei Verdacht auf Sabotage

Nehmen Sie unerklärliche Vorfälle nicht einfach hin, vor allem dann nicht, wenn sie gehäuft auftreten. Gehen Sie der Sache auf den Grund. Erstatten Sie bei konkretem Verdacht Anzeige. Wie sagte der frühere Intel-Chef Andy Grove so schön: „Nur die Paranoiden überleben.“ Und er machte immerhin aus einem unbedeutenden Ein-Mann-Betrieb für Speicherchips eine Weltmarke für Mikroprozessoren.

Mehr Fragen zum Schutz vor Sabotage? Kontaktieren Sie uns einfach unverbindlich.

Über den Autor Bernd Elsenhans


Bernd Elsenhans ist Geschäftsführer der EOS Sicherheitsdienst GmbH & Co. KG und der EMS Werteinlagerung e.K. in Heidenheim an der Brenz. Als Sicherheitsexperte unterstützt er seine Kunden bei Werkschutz, Personenschutz und Veranstaltungssicherheit, bei der Abwehr von Wirtschaftskriminalität sowie bei Werttransporten und Werteinlagerung in eigens für Heidenheim erstellten, privaten Schließfächern. Bernd Elsenhans ist kooperatives Mitglied im Verband für Sicherheit in der Wirtschaft sowie 2. Vorsitzender des Vereins Freunde schaffen Freude e.V., einer Initiative zur Unterstützung von Menschen in Not. Er wurde bereits wiederholt mit dem Innovationspreis Ostwürttemberg ausgezeichnet, dem Mittelstandspreis Soziale Verantwortung und gehörte mit seinem Unternehmen EOS im Jahr 2015 zu den Finalisten für den OSPAs Security Outstanding Security Performance AWARD.