Wirtschaftsschutz 4.0: Die 5 sichersten Maßnahmen gegen Cyber-Einbrecher

Die erschütternde Bilanz der aktuellen Bitkom-Studie: 7 von 10 Firmen wurden Opfer von Cyber-Angriffen – allein in den letzten zwei Jahren. Gegen „Kriminalität 4.0“ hilft nur „Wirtschaftsschutz 4.0“. Wir zeigen die fünf sichersten Maßnahmen gegen Cyberkriminalität.

Die aktuelle Bitkom-Studie bestätigt wieder einmal die große Bedeutung, die Wirtschaftsschutz heute gerade im digitalen Bereich hat. Denn die gefährlichsten Einbrecher schleichen nicht bei Nacht und Nebel mit dem Brecheisen über den Firmenhof – gegen solche „altmodischen“ Verbrecher kann man sich gut schützen. Nein, die gefährlichsten Einbrecher dringen digital vom heimischen Schreibtisch aus in Ihre Firma ein. Und richten dabei mehr Schaden an, als jeder „analoge Einbrecher“.

Wirtschaftsschutz in Deutschland hat versagt

Dass die Zahl der Firmen, die Opfer von Cyberkriminalität geworden sind, hoch ist, war für Wirtschaftsschutz-Experten zu erwarten. Doch dass sie bei 70 Prozent liegt, wie die Bitkom-Studie zeigt, hat sogar uns überrascht. Vor einem „Massenphänomen“ warnt deshalb Thomas Haldenwang, Vizepräsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV). Dieses fast schon kollektive Versagen des Wirtschaftsschutzes in Deutschland hat Berechnungen zufolge einen Schaden von rund 43,4 Milliarden Euro verursacht!

  • Zur Bitkom-Studie zum Thema Wirtschaftsschutz geht es hier.

Wie schützt man sich effektiv vor Cyberkriminalität?

Besonders erschreckend bei der Auswertung und Analyse der erfolgreichen Cyberangriffe: Die betroffenen Unternehmen hatten durchaus die üblichen Standardvorkehrungen zum technischen Wirtschaftsschutz getroffen. In 100 Prozent der Fälle waren aktuelle Virenschutzprogramme, Firewalls und Passwortschutz vorhanden.

Wirtschaftssicherheit: Mittelstand muss aufholen

Betroffen waren kleine Handwerksbetriebe zwischen 10 und 99 Mitarbeitern ebenso wie Mittelständler mit bis zu 500 Arbeitnehmern. Nur bei großen Konzernen gab es deutlich weniger Angriffe. Die Auswertung macht klar, warum: Der Wirtschaftsschutz der Konzerne übertrifft den Standard.

Dabei geht es nicht nur um Datendiebstahl und Erpressung, sondern auch um Sabotage beim IT-System oder bei Betriebsabläufen. Die Statistiken zum Thema Wirtschaftsschutz zeigen leider eine sehr traurige Wahrheit: In den meisten Fällen steckt keine Profi-Cyberkriminalität mit materiellen Interessen hinter den Angriffen, sondern „Laien“, die nur der Wunsch haben, dem Unternehmen zu schaden. Zwei Drittel der betroffenen Industrieunternehmen wurden von unzufriedenen oder ehemaligen Mitarbeitern geschädigt.

  • Lesen Sie dazu auch diesen Beitrag zum Thema Sabotage.

Auf Basis der neusten Erkenntnisse der aktuellen Bitkom-Studie haben wir Ihnen eine wirkungsvolle To-do-Liste zusammengestellt, die Ihnen hilft, sich effektiv vor Cyberattacken zu schützen.

5 Maßnahmen zum Wirtschaftsschutz 4.0:

1. Machen Sie Ihr Team auf das Thema Wirtschaftsschutz aufmerksam

Sensibilisieren Sie Ihre Mitarbeiter und investieren Sie in entsprechende Schulungen, vor allem zum Thema IT-Sicherheit. In den meisten Fällen ist es die Unwissenheit der Mitarbeiter, die Cyberangriffe erfolgreich macht, ob es nun um Viren, Trojaner, Würmer oder Spear-Phishing geht.

2. Legen Sie Zugriffsrechte fest

Legen Sie fest, wer zu welchen Informationen oder sensiblen Soft- und Hardware-Bereichen Zugang erhält.

3. Machen Sie Sicherheits-Checks

Führen Sie Hintergrund-Prüfungen durch bei Mitarbeitern, die in sensiblen Positionen tätig sind. Vieles ist hier ohne großen Aufwand möglich. Wir unterstützen Sie gerne dabei.

4. Bestimmen Sie einen Sicherheitsverantwortlichen

Leider sind viele professionelle Sicherheitsdienstleister heute noch nicht im Wirtschaftsschutz 4.0 angekommen. Gleichgültig, ob Sie sich für eine firmeninterne oder externe Lösung entscheiden: Achten Sie darauf, dass Ihr Sicherheitsexperte beim Thema Wirtschaftsschutz wirklich auf dem neusten Stand ist.

5. Rüsten Sie technisch auf

Zusätzlich zur üblichen IT-Sicherheit können Sie die Protokollierung von Zugriffen einrichten, Verschlüsselung von Daten auf Datenträgern, ein erweitertes Verfahren zur Benutzeridentifikation und eine Sicherung des internen Firmennetzwerks gegen Datenabfluss von innen. Optimal wäre der Einsatz einer Software, die Anomalien erkennen kann. Diese „künstliche Intelligenz“ hat enormes Potenzial im Bereich der Wirtschaftssicherheit, ist bisher aber leider kaum zu finden und entsprechend kostenintensiv. Gerne können Sie sich zur technischen Aufrüstung von unserem Partner Raab IT-Systemhaus GmbH & Co.KG beraten lassen.

Mehr Fragen zum Thema Wirtschaftssicherheit? Kontaktieren Sie uns einfach unverbindlich.

Über den Autor Bernd Elsenhans


Bernd Elsenhans ist Geschäftsführer der EOS Sicherheitsdienst GmbH & Co. KG und der EMS Werteinlagerung e.K. in Heidenheim an der Brenz. Als Sicherheitsexperte unterstützt er seine Kunden bei Werkschutz, Personenschutz und Veranstaltungssicherheit, bei der Abwehr von Wirtschaftskriminalität sowie bei Werttransporten und Werteinlagerung in eigens für Heidenheim erstellten, privaten Schließfächern. Bernd Elsenhans ist kooperatives Mitglied im Verband für Sicherheit in der Wirtschaft sowie 2. Vorsitzender des Vereins Freunde schaffen Freude e.V., einer Initiative zur Unterstützung von Menschen in Not. Er wurde bereits wiederholt mit dem Innovationspreis Ostwürttemberg ausgezeichnet, dem Mittelstandspreis Soziale Verantwortung und gehörte mit seinem Unternehmen EOS im Jahr 2015 zu den Finalisten für den OSPAs Security Outstanding Security Performance AWARD.