Zivilcourage: So helfen Sie, ohne sich selbst zu gefährden – 3 Tipps

Zivilcourage ist wichtig, kann aber lebensgefährlich sein. In Magdeburg wurde jüngst ein 22-Jähriger verprügelt, weil er Randalierer in der U-Bahn aufgefordert hatte, Sitzpolster nicht zu zerschneiden. In Wuppertal wollte ein Rentner herumstreunende Jugendliche aus dem Flur eines Mehrfamilienhauses scheuchen – und landete schwerverletzt im Krankenhaus. Wie Sie helfen, ohne sich selbst zu gefährden: 3 Tipps.

Hut ab vor jedem, der Zivilcourage zeigt. Wir brauchen solche mutigen Menschen. Leider liest man in der Zeitung aber immer wieder von Fällen, in denen Zivilcourage lebensgefährlich endete. Dabei hat Zivilcourage nichts mit körperlicher Fitness oder Stärke zu tun – jeder kann helfen, der Zeuge einer Straftat wird.

Zivilcourage ohne Gefahr

3 Tipps, wie man Zivilcourage zeigt, ohne sich selbst zu gefährden.

  • 1. Notruf absetzen

Zivilcourage bedeutet nicht, dass man sich aktiv einmischen und dadurch selbst gefährden muss. Vor allem wenn es „nur“ um Sachbeschädigungen geht, ist es besser, nicht persönlich einzuschreiten. Wählen Sie in solchen Fällen aus der Distanz die 110 und versuchen Sie, sich das Aussehen der Täter oder das Fluchtverhalten einzuprägen. Falls Sie kein Handy dabeihaben, sorgen Sie dafür, dass ein anderer Zeuge die Polizei ruft.

  • 2. Wecken Sie Aufmerksamkeit

Machen Sie die Umgebung auf die Straftat aufmerksam, zum Beispiel durch lautes Rufen: „Was passiert denn da?!“ Oder: „Die Polizei kommt gleich!“. Manchmal reicht das schon aus, um den Täter zu stoppen. Und es zeigt dem Opfer, dass es jetzt mit Hilfe rechnen kann.

  • 3. Sammeln Sie Unterstützer

Je mehr Menschen am Tatort sind, desto weniger helfen – traurig, aber wahr. Wenn Sie aktiv eingreifen wollen und dafür Unterstützer suchen, müssen Sie die Anonymität der Gruppe aufheben: Sprechen Sie einzelne Personen gezielt an. Das gilt auch, wenn man selbst Opfer wird. Richten Sie Ihre Bitte um Hilfe nie an die Menge allgemein, sondern immer gezielt an einzelne Personen.

Mangel an Zivilcourage

Übrigens: Einfach wegschauen ist keine Lösung. Ein Minimum an Zivilcourage verlangt auch der Gesetzgeber. Wer nicht zumindest die Notrufnummer wählt, kann später wegen unterlassener Hilfeleistung gehörig Ärger bekommen.

Studien zeigen immer wieder: Eine souveräne und selbstbewusste Körpersprache ist der beste Präventionsschutz vor Gewaltverbrechen. Das richtige Auftreten wird deshalb auch in unseren fühl-dich-sicher-Seminaren trainiert.

Noch Fragen zum Thema Zivilcourage und Selbstschutz? Sprechen Sie uns an – wir beraten Sie gerne.

Über den Autor Bernd Elsenhans


Bernd Elsenhans ist Geschäftsführer der EOS Sicherheitsdienst GmbH & Co. KG und der EMS Werteinlagerung e.K. in Heidenheim an der Brenz. Als Sicherheitsexperte unterstützt er seine Kunden bei Werkschutz, Personenschutz und Veranstaltungssicherheit, bei der Abwehr von Wirtschaftskriminalität sowie bei Werttransporten und Werteinlagerung in eigens für Heidenheim erstellten, privaten Schließfächern. Bernd Elsenhans ist kooperatives Mitglied im Verband für Sicherheit in der Wirtschaft sowie 2. Vorsitzender des Vereins Freunde schaffen Freude e.V., einer Initiative zur Unterstützung von Menschen in Not. Er wurde bereits wiederholt mit dem Innovationspreis Ostwürttemberg ausgezeichnet, dem Mittelstandspreis Soziale Verantwortung und gehörte mit seinem Unternehmen EOS im Jahr 2015 zu den Finalisten für den OSPAs Security Outstanding Security Performance AWARD.